Psychische Gesundheit
„Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“ (WHO 2014)
Die Zunahme von psychischen Störungen in den letzten Jahren ist ein alarmierender Trend, der die Bedeutung der psychischen Gesundheit hervorhebt. Psychische Störungen können sich auf vielfältige Weise äußern und beeinträchtigen den normalen Ablauf emotionaler und kognitiver Prozesse, was zu Einschränkungen im täglichen Leben führen kann. Die Definition von Gesundheit beinhaltet die Fähigkeit, am sozialen Leben teilzunehmen, ohne Beeinträchtigungen zu erleben. Das Modell der Salutogenese von Aaron Antonovsky betont, dass der Mensch sich ständig auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit bewegt und nie einen absoluten Zustand erreicht.
Die Kindheit bildet den Grundstein für eine starke Psyche, wobei eine gesunde Bindung zu Erziehungsberechtigten sowie biologische, psychische und soziale Faktoren entscheidend sind. Der Aufbau von Widerstandsressourcen spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Stressfaktoren. Diese Ressourcen, wie körperliche, soziokulturelle, psychische, soziale und materielle Aspekte, werden durch die Lebensumstände geprägt und beeinflussen das Kohärenzgefühl eines Menschen.
Das Kohärenzgefühl beschreibt die tiefe Überzeugung und Zuversicht einer Person, dass ihr Leben verständlich, sinnvoll und bewältigbar ist. Es setzt sich aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit zusammen und ermöglicht es Kindern, schwierige Situationen ruhig und sinnvoll zu bewältigen. Ein starkes Kohärenzgefühl fördert die Resilienz gegenüber Stressoren und unterstützt die Entwicklung in Richtung einer gesunden Psyche gemäß dem Modell der Salutogenese.